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Eignung

Gymnasium

Die Entscheidung für oder gegen das Gymnasium ist keine einfache. Die folgenden Ausführungen sollen dabei Unterstützung bieten.

Voraussetzungen

Wer eignet sich für das Gymnasium? Einfach ist der Entscheid, wenn die folgenden Voraussetzungen gegeben sind:

  • Der Schüler bzw. die Schülerin geht gerne zur Schule.
  • Die schulischen Leistungen sind gut bis sehr gut.
  • Eignung/Begabung und Neigung/Interesse stimmen überein.
  • Die Sekundarlehrpersonen empfehlen den Eintritt an das Gymnasium ohne Vorbehalt.
  • Eltern und Kind kommen gemeinsam zum gleichen Schluss.

So ideal sind die Verhältnisse selten

Wo – wie üblich – eine zuverlässige Beurteilung schwierig ist, lohnt es sich, die folgenden Gesichtspunkte als Entscheidungshilfen zu berücksichtigen:

Kind, Eltern und Lehrperson sollen den Eintritt gemeinsam vorbereiten. Wichtig sind dabei die Erfahrungen in der Sekundarschule. Nur wer die Anforderungen dieser Vorbereitungsschule mit einer gewissen Leichtigkeit erfüllt, wird in der Kantonsschule wahrscheinlich nicht überfordert sein. Neben guten Schulleistungen in den für die Aufnahmeprüfung massgebenden Fächern Deutsch und Mathematik sind auch die Fähigkeiten in den anderen Promotionsfächern wichtig.

Gute Noten auf der Vorstufe garantieren jedoch noch kein erfolgreiches Durchlaufen des Gymnasiums. Wir haben den Auftrag, unsere Schülerinnen und Schüler in vier Jahren zur Hochschulreife zu führen. Dazu müssen gewisse Anlagen mitgebracht werden, die im Laufe der Jahre ganz oder teilweise weiterentwickelt werden können.

 

Veranlagung

Die wichtigsten Anlagen möchten wir hier stichwortartig aufzählen:

  • Geistige Neugier und Freude am Lernen: Wer das Lernen als Last empfindet, ist für die Kantonsschule nicht geeignet.
  • Der Weg durch das Gymnasium führt zu immer stärkerer Abstraktion. In den Geistes- und Naturwissenschaften geht es nicht ohne die Fähigkeit zur Abstraktion, d.h. vom Einzelnen zum Allgemeinen zu gelangen.
  • Ein gutes Gedächtnis, Fantasie, Erlebnisfähigkeit und geistige Beweglichkeit (im Hinblick auf die grosse Zahl von Fächern, Methoden, Lehrpersonen und Mitschüler/-innen).
  • Ein hohes Mass an Selbständigkeit, Ausdauer und Belastbarkeit sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

In einer schwierigen Entwicklungsphase werden an die Jugendlichen am Gymnasium hohe Ansprüche gestellt. Deshalb sollten Eltern oder Lehrer ein Kind nie gegen seinen Willen (oder gar aus Prestigegründen) an das Gymnasium schicken. Auch Schülerinnen und Schüler, die in jedem Fach fragen, was es nütze und wozu man es brauchen könne, sind am Gymnasium fehl am Platz. Sie gehören in eine zu einem praktischeren Ziel hinführende Ausbildung. Es sei an dieser Stelle an den Weg über die Berufsmatur zur Fachhochschule erinnert. Im Kanton Schaffhausen werden die kaufmännische und die technische Berufsmatur angeboten, die zu den entsprechenden Fachhochschulen führen.

Das Gymnasium garantiert keine höhere und glücklichere Existenz, aber sie kann eine wunderbare Chance menschlicher Entfaltung sein und grossartige Horizonte öffnen. Immer bleibt die gymnasiale Bildung ein persönliches Wagnis. Wenn der Versuch misslingt, darf dies bei Schüler/-innen und Eltern nicht zu einer Katastrophe werden. Es gibt viele andere Wege zu einer guten Bildung und Ausbildung!