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Latein

Latein - was, wie, wozu?

Was? Latein ist die Sprache der alten Römer. Es wurde aber nicht nur in Rom gesprochen, sondern mit der Zeit auch in ganz Italien und schliesslich rund ums Mittelmeer herum. In all den Ländern, wo die Römer hinkamen, hinterliessen sie nicht nur die Sprache, sondern auch Tempel, Theater, Badeanlagen, Strassen und Brücken. Auch in Schaffhausen und im Thurgau ist dies gut zu sehen (siehe dazu viele Wörter im Alltag, bekannte Redewendungen, sogar Produktnamen). So klingt Latein.

Wie? Latein ist zwar eine ausgestorbene Sprache, lebt aber in vielen modernen Fremdsprachen wie dem Französischen, Italienischen, Rätoromanischen, Spanischen etc. und auch im Englischen weiter. Anders als in diesen Sprachen wird im Latein nicht der mündliche Ausdruck geschult, sondern es ist das Ziel, Sätze und Texte ins Deutsche zu übersetzen. So z.B.: SI VIS AMARI, AMA! Lösung: Wenn du geliebt werden willst, dann liebe! Beim Übersetzen müssen viele Dinge beachtet werden, sodass mit der Zeit auch Lern- und Arbeitstechniken gefördert werden, die für die anderen Schulfächer und das spätere Studium oder das Berufsleben wichtig sind: Beobachtungsgabe, Konzentrationsfähigkeit, Unterscheidungsvermögen, sorgfältiges Abwägen von Lösungen und sprachliche Kreativität (zum klaren Bildungsauftrag des Latein nach dem MAR-Lehrplan siehe hier).

Wozu? Latein ist ein Modell von Sprache, man lernt also, wie eine Sprache funktioniert. Deswegen ist es gut, Latein möglichst früh zu lernen, damit moderne Fremdsprachen umso leichter gelernt oder bereits vorhandene fremdsprachliche Fähigkeiten vertieft werden können. Aber nicht nur für die Fremdsprachen bringt es einen Gewinn, sondern auch für das Deutsche. Denn beim Übersetzen von lateinischen Texten werden die Lesefähigkeit, sprachliche Beweglichkeit und Sicherheit im Ausdruck geübt und verbessert. Nebenbei versteht man viele Fremdwörter besser, so z.B. „Video“ (videre: sehen), „Kur“ (cura: Pflege), „Präsident“ (praesidere: leiten) oder „legal“ (lex: Gesetz). Ein weiterer Grund ist, später an der Uni vielleicht einmal ein Fach zu studieren, das Lateinkenntnisse voraussetzt. Und für viele weitere Fächer bedeutet es einen beträchtlichen Vorteil, Latein zu können (siehe dazu folgenden Kurzfilm und die Stimmen von Persönlichkeiten aus Politik und Kultur).

Latein als Grundlagenfach im Ausbildungsprofil S

Das Ausbildungsprofil S (Sprachlich-altsprachlich) bietet den Schülerinnen und Schülern, die sich für Sprachen und Geschichte interessieren, besonders viel. Für einige Studiengänge ist das Latein nach wie vor obligatorisch, an der Universität Zürich z.B. für Geschichte, Romanische Sprach- und Literaturwissenschaften, Musikwissenschaft und weitere Studienprogramme.

Eine Matur im Ausbildungsprofil S mit Latein als Grundlagenfach erfüllt diese Bedingung, es muss also am Ende der 4. Klasse nicht zwingend eine schriftliche und mündliche Prüfung abgelegt werden (anders als im Freifach Latein). Viele junge Leute, die das zu spät erkennen, müssen an der Universität zusätzlich zur Belastung des Studiums den Lateinabschluss nachholen. Sie verlieren dabei oft ein Jahr oder müssen sogar die Studienrichtung wechseln.

In Latein findet keine Aufnahmeprüfung statt und es werden keine Vorkenntnisse verlangt. Es zählt in der 2. Phase der Probezeit wie die anderen Grundlagenfächer. Eine Abschlussprüfung als 5. Prüfungsfach ist möglich, aber nicht zwingend für den Lateinnachweis.

Stundendotation

  1. Klasse: 4,5 Jahreslektionen
  2. Klasse: 3,5 Jahreslektionen
  3. Klasse: 5 Jahreslektionen
  4. Klasse: 5 Jahreslektionen

Latein in den Ausbildungsprofilen M und N: Freifach (mit Abschlussprüfung Kleines Latinum)

Bei genügender Nachfrage (mind. 8 Schülerinnen und Schüler) kann Latein auch als Freifach besucht werden. Der Besuch des Freifachs bedeutet allerdings einen wesentlichen Zusatzaufwand, auch findet der Unterricht meist in Randstunden oder über Mittag statt. Die Abschlussprüfung ist für den Nachweis des Kleinen Latinums obligatorisch (anders als im Grundlagenfach); als Abschlussnote muss mindestens die Note 4 erreicht werden. Das Kleine Latinum wird separat ausgewiesen und zählt nicht zu den Noten im Maturitätszeugnis.

Stundendotation

  1. Klasse: 3 Jahreslektionen
  2. Klasse: 3 Jahreslektionen
  3. Klasse: 5 Jahreslektionen (als „Kleines Latinum“ aufgewertet und als Kantonales Wahlfach angerechnet)